Zum Wohle der Tiere:

Tiere haben ein Recht auf ein würdevolles Leben, in dem sie nicht auf engstem Raum wider der Natur eingesperrt sind. Rinder sind soziale Tiere, die in Herden leben und in ihren natürlichen Lebensräumen viel Bewegung haben. Unsere Weiderinder haben genügend Platz, um sich mit ihren Artgenossen frei an der frischen Luft in der Sonne zu bewegen. In der Intensivtierhaltung wiederum wird der natürlicher Drang der Tiere sich zu bewegen leider oftmals unterbunden. Ein ausgewachsener Bulle in konventioneller Haltung hat lediglich 2,7 m² zur Verfügung (1).

Das Futter von Mastrindern besteht typischer Weise zu einem großen Anteil aus Weizen, Mais und Rapsextraktionsschrot (2). Dieses Futter führt zu einem rapiden, unnatürlichen Wachstum innerhalb kürzester Zeit, um den Profit beim Verkauf des Fleisches zu maximieren. Zusätzlich wirkt sich die Fütterung mit so-genanntem “Kraftfutter” negativ auf die Gesundheit der Tiere aus: Getreide zerstört das Mikrobiom von Rindern und fördert so die Bildung von Magengeschwüren (3), da dies nicht ihrer natürlichen Ernährung entspricht. Sie müssen dann oft schon provisorisch mit Antibiotika behandelt werden, was sich auch auf die Qualität des Fleisches für uns als Menschen auswirkt.

Modern hochgezüchtete Nutztierrassen sind im Freiland oft nicht mehr lebensfähig (4). Rassen wie das Klepelshagener Weiderind (eine Kreuzung zwischen Deutsch Angus uns Galloway), was auf unseren Weiden grast, wachsen langsamer heran und bringen keine vergleichbare “Leistung” im Sinne der Massentierhaltung mit sich. Das Klepelshagener Weiderind kann jedoch ganzjährig draußen gehalten werden und genießt daher auch direkte Sonnenstrahlen, die es zur Bildung von wichtigem Vitamin D benötigt. Davon profitieren die Rinder in dem Sinne, dass sie weniger erkranken und wir Menschen können das wichtige Vitamin D über den Verzehr des Fleisches aufnehmen (5).

Um den Tieren die Schlachtung so stressfrei wie möglich zu machen, werden die Tiere vor der Schlachtung auf eine extra Weide gebracht, an die sie sich ganz entspannt gewöhnen können, ohne starke Stresshormone auszustoßen (und das schmeckt man), bevor sie per Bolzenschuss betäubt werden.

Fußnoten:

(1) Wieviel Mastrinder gibt es? http://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung/mastrinder

(2) Welches Futter für Mastrinder?

http://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/publikationen/daten/informationen/p_31941.pdf

(3) Diet And Disease In Cattle: High-Grain Feed May Promote Illness And Harmful Bacteria

http://www.sciencedaily.com/releases/2001/05/010511074623.html

(4) Modern hochgezüchtete Nutztierrassen sind im Freiland oft nicht mehr lebensfähig: http://www.welt.de/wissenschaft/article3590803/Das-stille-Leiden-der-hochgezuechteten-Turbotiere.html

(5) Red meat in the diet: an update:

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1467-3010.2010.01871.x/abstract